Aktuelle Beiträge

Auf dieser Seite finden Sie Beiträge aus dem EFWI zu aktuellen pädagogischen und schulpolitischen Themen.

„Inclusive Education“ am Beispiel der Metropolregion Liverpool (GB)

Gruppe gemeinsam mit Frau Dr. Claire Penketh an der Liverpool Hope University

Unter dem o. g. Titel fand im Juni 2016 die zweite Studienfahrt für 20 Schulleitungsmitglieder von rheinland-pfälzischen Schwerpunkt- und Förderschulen nach Liverpool statt. Organisiert wurde diese Studienfahrt durch Dr. Anton Geiser (EFWI) und dessen Kooperationspartnerin Dr. Claire Penketh (Liverpool Hope University) in Liverpool.

 

Während des knapp einwöchigen Aufenthaltes erhielt die Gruppe einen breiten Einblick in das Schul- und Bildungswesen der Metropolregion Liverpool. Auf dem Programm standen zunächst Besuche an inklusiv arbeitenden Regelschulen. An der Rimrose Primary School, The Grange Primary School (Schulen im sozialen Brennpunkt) und der Broughton Hall Secondary School bestand Gelegenheit, die praktische Arbeit in den Klassen zu beobachten und Gespräche mit der Schulleitung zu führen.

 

Nach 30 Jahren Erfahrung mit der Inklusion gilt in Liverpool, dass auch Förderschulen im Verbund mit den Regelschulen ihre Daseinsberechtigung haben. Die Arbeit der Förderschulen konnte an der Rowan Park Special School (Förderschule in einem Schulnetzwerk) und der St. Vincent´s School for the Blind (Förder- und Beratungszentrum) kennen gelernt werden.

 

Weiterhin erhielt die Gruppe Informationen zur Integration der Förderpädagogik im Rahmen der Lehrerausbildung an der Liverpool Hope University. Im Verein Daisy Inclusive Initiative konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer inklusive Spiel- und Freizeitangeboten praktisch erproben.

 

Im Begleitprogamm wurden viele kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten der Stadt Liverpool besucht, die 2008 Europäische Kulturhauptstadt war. Insgesamt so der abschließende Eindruck der teilnehmenden Schulleitungsmitglieder aus Rheinland-Pfalz eine überaus bereichernde Studienfahrt.

 

Ein besonderes Dankeschön der Gruppe ging an Dr. Patterson (Schulleiter der St. Vincent´s School for the Blind) und Mark Sutcliffe für die tolle organisatorische Unterstützung bei der Durchführung der Studienfahrt.

 

Im September 2016 traf sich die Gruppe noch einmal in Neustadt, um die wichtigsten Erkenntnisse und Übertragungsmöglichkeiten auf die Schullandschaft in Rheinland-Pfalz herauszuarbeiten.

 

Trotzt „Brexit“ möchten sowohl das EFWI als auch die Liverpool Hope University an der erfolgreichen Kooperation festhalten. Eine dritte Studienfahrt für 2018 ist bereits angedacht.

 

Volker Elsenbast

Lernen, verstehen und glauben gehören zusammen

Volker Elsenbast neuer Direktor des Erziehungswissenschaftlichen Fort- und Weiterbildungsinstituts

 


Landau (lk). Die Persönlichkeit eines Menschen auszubilden und seine Fähigkeiten zu entwickeln ist nach den Worten von Oberkirchenrat Michael Gärtner ein wesentlicher Teil christlichen kirchlichen Handelns. Der Bildungsdezernent der pfälzischen Landeskirche hat am Sonntag, 20. September, den neuen Direktor des Erziehungswissenschaftlichen Fort- und Weiterbildungsinstituts der evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz (EFWI), Pfarrer Volker Elsenbast, in sein Amt eingeführt. Zuvor hatte der 60-jährige gebürtige Kaiserslauterer die Leitung des Comenius-Instituts, der Evangelischen Arbeitsstätte für Erziehungswissenschaft 
in Münster, inne. Elsenbast ist Nachfolger von Günter Geisthardt, der in den Vorstand der Diakonissen Speyer-Mannheim wechselte.

 

Lernen, verstehen und glauben gehörten zusammen, sagte Gärtner, der Vorsitzender des EFWI-Kuratoriums ist, in seiner Einführungsrede. „Wir sind der Überzeugung, dass Gott das Beste für seine Menschen möchte – also auch die beste Erziehungswissenschaft.“ In Rheinland-Pfalz haben die Kirchen die Möglichkeit, über den Religionsunterricht hinaus an der Lehrerfortbildung und dadurch am öffentlichen Bildungsauftrag mitzuwirken. Dazu unterhält die Evangelische Kirche der Pfalz gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche im Rheinland seit 1972 das EFWI mit Sitz in Landau und unterstützt Schulen und Lehrkräfte durch Fort- und Weiterbildung sowie Beratung.

 

Schwerpunkte der Arbeit sind systematische Unterrichts- und Schulentwicklung, die Förderung von Lernkompetenzen einschließlich Medienkompetenz, Begleitung von Übergängen, soziales und diakonisches Lernen, Religionspädagogik, interreligiöses Lernen, Fächer verbindendes Lernen, Schulentwicklung, Schulseelsorge sowie pädagogisch-psychologische Beratung. Auf Anfrage von Schulen werden Studientage zur schulinternen Fortbildung durchgeführt, in denen häufig aktuelle Herausforderungen des pädagogischen Handelns (z. B. Leseförderung, Gewaltprävention, Umgang mit Störungen) bearbeitet werden. Im Weiterbildungskurs Evangelische Religion können Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten berufsbegleitend die Qualifikation für das Erteilen von Religionsunterricht erwerben.

 

Es gelte, diejenigen zu stärken, die in der Schule handeln und Verantwortung für sie tragen. Auch aus der Perspektive einer evangelischen Bildungsmitverantwortung seien Für sie angesichts der Herausforderungen, denen sich die Schule gegenüber sieht, immer wieder Handlungsperspektiven zu eröffnen, sei es für den Unterricht, sei es für die Entwicklung der Schule oder im Blick auf die berufliche Existenz von Lehrerinnen und Lehrern – so Volker Elsenbast. Der Lehrerfort- und –weiterbildung als pädagogischer Serviceeinrichtung komme dabei eine besondere Aufgabe zu.