Click here to read the english version of this page

 

Lehrer(innen)ausbildung in der Entwicklungszusammenarbeit

Seit 2007 engagiert sich das EFWI über den Dozenten Dr. Anton Geiser in der Entwicklungszusammenarbeit. In den folgenden Jahren fanden in Kooperation mit den Bildungsreferenten von Brot für die Welt e.V., der Kindernothilfe e.V. und der Christoffel-Blindenmission e.V. mehrere Fortbildungsveranstaltungen zu Themen des Globalen Lernens statt.

2009 reiste Dr. Geiser, der seit seiner Promotion 1998 als Berater in der Entwicklungszusammenarbeit tätig ist, nach Sambia, um dort für Misereor e.V. ein großes Projekt im Bereich der gemeindenahen Versorgung von Menschen mit Behinderungen zu evaluieren. Im Jahr 2010 begann die Kooperation mit dem Verein „Wir für Ruanda – ACA e. V.“ zur Errichtung eines Rehabilitations- und Trainingszentrums für Kinder mit dem Förderbedarf ganzheitliche Entwicklung (alter Sprachgebrauch: Kinder mit einer geistigen Behinderung) und zur Qualifizierung von Fachpersonal. Siehe hierzu Informationen und Filme auf unserer Seite: Öffnet internen Link im aktuellen Fenster„Schulen helfen Schulen - Projekt Lebenshoffnung“.

2012 lernte Dr. Geiser den Dozenten Dr. Evariste Karangwa von der National University of Rwanda kennen. Dr. Karangwa wurde 2013 mit der Gründung eines neuen Ausbildungsbereichs an der National University of Rwanda, College of Education beauftragt. Mit diesem neuen Ausbildungsbereich sollen nun erstmalig in Runda Fachkräfte für den Bereich Special Needs, Inclusive Education & Rehabilitation an der Universität ausgebildet werden.

Auf der Basis der in Ruanda bereits geleisteten Arbeit richtete Dr. Karangwa eine Kooperationsanfrage an das EFWI mit der Bitte um Unterstützung beim Aufbau des neuen Ausbildungsbereiches. Das EFWI hat aufgrund seiner guten Kontakte zur Universität Koblenz-Landau das Institut für Sonderpädagogik für eine Beteiligung an dieser wichtigen und umfangreichen Kooperation gewinnen können.

 

Im Januar 2014 reisten Prof. Dr. Michael Wagner, Prof. Dr. Sven Jennessen (beide vom Institut für Sonderpädagogik) und Dr. Anton Geiser zur Konferenz des East African Institutional Linkage in Special Needs, Inclusive Education & Rehabilitation. Im Rahmen dieser Konferenz wurden erste Ideen mit dem Team um Dr. Karangwa für die geplante Kooperation besprochen.

Bild der Veranstaltung:

 

Anschließend wurde eine schriftliche Erklärung zu der geplanten Kooperation erarbeitet. Im Juni 2014 wurde diese Erklärung von alle beteiligten Institutionen unterzeichnet.

Leitet Herunterladen der Datei einHier können Sie sich dieses Dokument ansehen.

Das Institut für Sonderpädagogik wird sich im Rahmen eines DAAD-Projektes an der Entwicklung der Ausbildungsinhalte und der Organisation des neuen Lehrstuhls beteiligen sowie ein Austauschprogramm für Dozenten und Studierende entwickeln. Hierzu wurden beim DAAD bereits Mittel beantragt.

Dr. Karangwa wurde im Juli 2014 zum Dekan des neuen Ausbildungsbereiches ernannt. Auf seinen Wunsch hin wird sich das EFWI in den Bereichen der Organisationsentwicklung / Schulentwicklung und der Weiterbildung von Lehrkräften und Schulleitungsmitgliedern sowie in der Entwicklung von didaktischen Materialien engagieren.  Hierzu laufen derzeit erste Gespräche mit möglichen Kooperationspartnern in der Entwicklungszusammenarbeit.

Das Land Ruanda hat sich im Rahmen der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet, Menschen mit besonderem Förderbedarf (mit Behinderungen) einen Zugang zum allgemeinen Bildungswesen zu eröffnen. Die Erfahrungen von Dr. Geiser in dem Projekt „Lebenshoffnung“ haben gezeigt, dass dies möglich ist. Grundlage hierfür ist eine qualitativ hochwertige Ausbildung von Fachkräften in den Bereichen Special Needs, Inclusive Education & Rehabilitation. Im Gegensatz zu anderen ostafrikanischen Ländern ist dies für Ruanda ein weitgehend neues Erfahrungs- und Arbeitsfeld. 

Das EFWI arbeitet auf der Basis eines christlichen Menschenbildes, das alle Menschen als einzigartige Geschöpfe Gottes wahrnimmt. In diesem Kontext ist die Arbeit mit und für Menschen mit besonderem Förderbedarf immer auch ein Stück lebendige und gelebte Diakonie. Sie ist gleichzeitig auch kirchliches Engagement für die Umsetzung des Rechts von Menschen mit Förderbedarf (mit Behinderung) auf eine volle Teilhabe am allgemeinen Bildungswesen.

Das EFWI hat für diese wichtige Aufgabe keine eigenen Haushaltsmittel. Deshalb hoffen wir auf eine Unterstützung durch Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit. Für diese Kooperation hat das EFWI ein Spendenkonto „Lehrerbildung in Afrika“ eingerichtet. Wenn Sie dieses Projekt finanziell unterstützen möchten, können Sie sich direkt an unseren Dozenten Dr. Anton Geiser wenden: anton.geiser@evkirchepfalz.de.