SolidAHRität verbindet!

Zweitägiger Arbeitseinsatz im Ahrtal in den Herbstferien


Das EFWI organisierte eine Fahrt ins Ahrtal mit 30 Lehrkräften/Angehörigen zum Helfen. Auch drei Monate nach der Flut gab es immer noch viel zu tun. Der Helfer-shuttle, der bereits 186.238 helfende Hände (Stand 5.11.2021) in die betroffenen Orte bringen konnte, shuttlete auch uns zu verschiedenen Arbeitseinsätzen:  kontaminierten Schlamm aus Gärten entfernen, Mutterboden in Gärten verteilen, Wände oder Estrich abstemmen, Bauschutt aus Häusern heraustragen, Wände abkärchern, Mist in Weingärten verteilen, Trauben lesen, Container für kommende Handwerker entkernen…

Wir kamen, um tatkräftig zu helfen. Und es ist faszinierend zu erleben, wie viele Hände gemeinsam Großes leisten können. Doch es ist nicht nur unsere Arbeit, die den Menschen im Ahrtal viel bedeutet, sondern oft einfach unsere Anwesenheit. Sie gibt den Anwohner*innen das Gefühl, nicht vergessen zu sein. „Danke, dass Ihr immer noch kommt.“, wird uns auf der Straße von einer Passantin zugerufen. Oder bei Gesprächen beim gemeinsamen Mittagessen für Helfer*innen und Anwohner*innen in der AHRche hören wir „Ohne Euch wären wir noch lange nicht so weit. Ihr habt uns gerettet. Ohne Euch wären wir verloren.“ Und so werden wir als ein Teil von gelebter Solidarität wahrgenommen und merken selbst, dass gerade dieses Miteinander uns selbst Kraft gibt und wir diejenigen sind, die sich beschenkt fühlen.

Die Eindrücke und Erzählungen von der Katastrophennacht im Juli, begleitet vom Erleben der Dankbarkeit und Zuversicht der Bewohner*innen im Tal sowie der grenzenlose Zusammenhalt der Helfer*innen beschäftigen uns noch abends in der Gruppe und lassen uns auch Tage später nicht mehr los …und der eine oder die andere beschließt schon jetzt: Ich komme wieder!

Stimmen der Teilnehmer*innen:

„Durch die Erfahrungen im Ahrtal ist mir bewusstgeworden, wie gut es mir geht und wie wenig man eigentlich braucht, um glücklich zu sein. Ich bin dankbar für das, was ich bin und was ich habe. Zu helfen, hat mir irgendwie auch selbst geholfen. Es war zudem schön zu sehen, dass es in dieser heutigen egoistischen Welt noch Solidarität und Zusammenhalt gibt.“

„Man sollte nochmal hinfahren. Es war ergreifend zu sehen, wie viele Helfer seit Wochen täglich vor Ort sind. Man hat nun einen anderen Bezug zur Situation und ich denke nun täglich an die Menschen, die im Kalten sitzen und noch keine Heizung haben.“

„Für mich war die Fahrt sehr beeindruckend. Ich fand es fast erschreckend, wie die Situation im Ahrtal immer noch ist.  Die Erfahrung und krassen Eindrücke wirkten bei mir nach und beschäftigen mich noch heute. Ich habe viel mitgenommen und denke über gewisse Situationen jetzt noch einmal anders nach…“

 „Für mich bleiben als Erinnerung an die Begegnungen die beeindruckenden und erschreckenden und dennoch hoffnungsvollen Zeugnisse der Menschen im Ahrtal und die Begegnungen und tiefgründigen Gespräche innerhalb der Gruppe. Sehr intensive Momente, die Menschen, die sich vorher nicht kannten, miteinander verbanden. Man spürte eine positive Energie, trotz der widrigen Umstände.“

„Mir ist das Frohe und Zufriedene der Helfer*innen besonders aufgefallen. Das nette Miteinander, die tolle Organisation vor Ort!“

 „Diese unglaubliche Dankbarkeit der Menschen. Erinnert ihr euch an die alte Dame auf der Brücke, die sich ständig bei uns bedankt hat? Einfach nur, weil wir da waren...und man ärgert sich, dass man keinen Handwerksberuf gelernt hat“

„Wenn man einmal dort war, die Situation gesehen hat, die Dankbarkeit erlebt hat und die tolle Atmosphäre untereinander erlebt hat, denkt man eigentlich pausenlos darüber nach, wann man wieder hinfahren kann.“

„Ich fand es super, wie viele Helfer*innen da waren (manche sogar mehrfach von weit her), die tolle Organisation im Helfercamp und den angenehmen Umgang der Betroffenen mit uns Helfer*innen.“

„Ich fand bemerkenswert, dass die AhrtalerInnen in Gestalt des Shuttleteams von großer Dankbarkeit und Anerkennung sprachen und gleichzeitig sehr deutlich machten, dass jedeR ihre eigene Heimat erschaffen muss und das Ahrtal genau das nicht bietet.“

 „Also für mich waren die Begegnungen tief bewegend. Es war die gesamte Bandbreite von Trauer, Unfassbarkeit, Hoffnung und herzlichen Lachen, die innerhalb kürzester Zeit mir begegneten. Es war schön zu sehen, wieviel Solidarität besteht (Menschen aus ganz Deutschland, Jung und Alt, etc.) Ja vielleicht eines der bedeutendsten Aspekte sind die BEGEGNUNGEN und BEZIEHUNGEN, die wir erfahren haben.“

Das Ahrtal braucht auch in Zukunft unsere Hilfe (vermehrt von gelernten Handwerker*innen). Wer interessiert ist, kann sich bei www.helfer-shuttle.de registrieren.

Und wer nicht selbst hinfahren kann, kann mit einer Spende www.spenden-shuttle.de dazu beitragen, dass Hilfe dort ankommt, wo sie am dringendsten im Ahrtal gebraucht wird.