Ein erlebnisreicher Tag

07.05.2018, 2. Tag

Wir brechen um 08.00 h nach Yodfat auf. Unter düsteren Wolken und halbkreisförmigen Blitzen besteigen wir den Berg. Oben angekommen schüttet es wie aus Kübeln. Fluchtartig erreichen wir eine Höhle. Wir sind bis auf die Haut durchnässt. Dorit erzählt uns von der Belagerung des jüdischen Ortes durch die Römer und dem kreativen Durchhaltevermögen der Juden. Indem sie Rauch erzeugten, täuschten sie vor, dass Brot gebacken wird, oder durch Aufhängen von Wäsche, dass sie noch genügend Wasser haben. Doch die Römer waren hartnäckig. Nachdem Wasser und Nahrung immer knapper wurden, losten die Juden die Reihenfolge aus, nach der sie durch eigene Hand starben. Doch der letzte Verbleibende wollte nicht sterben. Von den Römern wurde er zum Sklaven genommen. Viele Aufzeichnungen aus der Zeit Jesu stammten aus seiner Feder. Der Regen lässt nach. Ab in den Bus. Heizung und Lüftung an zum Abtrocknen. 

Unser nächster Stopp ist Megiddo. Durch Megiddo führten die Handelsstraßen von West nach Ost und Süd nach Nord. Durch seine strategische Lage war Megiddo ein umkämpfter Ort. Ständige Vernichtung und Wiederaufbau werden in mehreren Schichten vor Ort sichtbar. Damit die Bewohner im Belagerungszustand an die Quelle kamen, die außerhalb des Ortes lag, schlugen sie einen Schacht und einen Tunnel dort hin. Wir steigen hinab und wandern unterirdisch zur Quelle. Im Tunnel ist es kühl und nass. Wieder oben angelangt erschlägt uns die Hitze. 

Haifa
Haifa

Unser Bus windet sich weiter durch die grünen Täler, entlang der Wälder nach Haifa zu den Hängenden Gärten der Bahai. Ein wunderschöner blühender Garten mit Blick zum Hafen in der Mitte der großen Stadt. Die Bahai sehen sich als neue Weltreligion. Im Mittelpunkt ihrer Religion steht der Frieden der Welt. Dies symbolisieren sie auch in ihren Hängenden Gärten durch die vielfältigen Pflanzen, die aus der ganzen Welt zusammengetragen wurden. Sie stehen friedlich in einer Gemeinschaft nebeneinander. Wir machen einen Spaziergang im unteren Teil der Gärten. Die Symmetrie und Ruhe strahlt eine Harmonie aus, die uns alle ergreift.

Cäsarea

Letzter Stopp des Tages ist Caesarea Maritima. Der große in das Meer abgesunkene Hafen der Stadt zeugt von der Bedeutung für den damaligen Handel. In der Mitte dieses Hafens empfangen uns die Ruinen des Palastes von Herodes. Der prachtvolle Bau war so nahe an das Meer gebaut, dass ein Becken im Innenhof ständig mit Meerwasser gefüllt war. Von hier aus blickt man über die Küste und den südlichen Teil aus der Kreuzfahrerzeit.

Cäsarea
Cäsarea

Ganz in der Nähe befindet sich das älteste in Israel gefundene Theater mit einer fantastischen Akustik. Gruppen singen abwechselnd Lieder, um diese zu testen. Das Theater wird auch heute noch für Aufführungen genutzt. Ein reges Treiben herrschte wohl auch im Amphitheater mit Pferderennen, Wettkämpfen und sonstiger Unterhaltung untermalt durch den Blick auf die Brandung des Meeres. Auch wir würden uns gerne hineinstürzen und eine Abkühlung suchen. Doch wir haben keine Zeit. Die Rückreise an den See Genezareth ruft. Endlich in der Jugendherberge angekommen entledige ich mich der nassen Schuhe und Strümpfe vom Morgen. Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende.