Weiterreise nach Jerusalem

08.05.2018, 3. Tag

Nach einem Bad im See Genezareth räumen wir die Jugendherberge und ziehen mit unserem Bus wieder um 08.00 h los. Unser Ziel ist Kapernaum. 

Kapernaum
Kapernaum

Kapernaum liegt an der nordwestlichen Küste des See Genezareth in Galiläa. Bei leichtem Regen besichtigen wir den biblischen Ausgrabungsort. Besonders eindrucksvoll präsentiert sich die Synagoge mit einem innenliegenden Säulengang und das Haus von Petrus. Das Dorf hatte ca. 1.500 Einwohner. Seine Wirtschaftsquellen waren Fischerei, Landwirtschaft, Gewerbe und Handel. Hinzu kam die Position als Grenzstadt mit Zollstationen. Das Dorf hatte aufgrund seiner Lage an der imperialen Hauptstraße nach Damaskus viele Besucher. Es unterhielt Wirtschaftsbeziehungen zu Obergaliläa, Golan, Syrien, Phönizien, Kleinasien und Zypern. Wir spazieren durch ausgegrabene Häuserreste, Mahlsteine, Olivenpressen und Steinschüsseln. Wir wollen noch die oktogone Kirche von innen besichtigen, die über dem Haus von Petrus schwebt. Doch der Zugang wird uns verwehrt.

Jordan-Park

Weiterfahrt nach Bethsaida im Jordan Park. Unser Bus steht an der Schranke zum Park, der Fahrer bittet um Einlass. Der Parkwächter sieht uns an und lacht fragend, ob es wirklich unser Ernst sei, bei Starkregen den Park zu besuchen. Doch wir lassen uns nicht abhalten. Der Bus wird im Matsch geparkt, und nach erstem Murren stürzen wir uns lachend in den strömenden Regen. Wir wandern mit unseren Sandalen durch Wasserlöcher und freuen uns, dass wir dem Land so viel Regen mitgebracht haben. Die ausgegrabene Stadt lag im Territorium von Geshur und spielte eine wichtige Rolle im Königreich Davids. Einige von Jesus wichtigen Wundern geschah hier, wie z. B. die Heilung eines Blinden. Wir besichtigen das Fisherman’s und das Wine Maker’s House. Dorit schreit bei ihren Ausführungen gegen den peitschenden Wind.

Wüste
Herodes Palast
Herodes Palast

Wieder einmal völlig durchnässt, aber mit guter Laune sitzen wir im Bus. Die Fahrt geht entlang der syrischen und jordanischen Grenze weiter nach Jericho in Palästina. Das Grün der Landschaft nimmt mit jedem Kilometer ab und wandelt sich in ein sand-beige. In Jericho erwartet uns eine etwas andere Welt. Es liegt viel Müll und Abfall in der Landschaft sowie einige tote Tierkadaver am Straßenrand. Beim Besuch der Ausgrabungen des Winterpalastes von Herodes werden wir von bettelnden Kindern umringt. Es sind Beduinenkinder, die sich nicht scheuen mit einem Messer herum zu fuchteln und einen Hund zu steinigen. Nach dieser Vorstellung sind wir etwas erschüttert und froh, weiter reisen zu können.

Samaritan
Samaritan

Im Museum des Guten Samariters zwischen Jericho und Jerusalem werden unsere Gefühle durch fantastische Mosaike und andere Kunstfunde aus Judäa, Samaria und Gaza beruhigt. Alle Mosaike stammen aus jüdischen und samaritanischen Synagogen. Um die Mosaike herzustellen, bedurfte es eines hohen Wissens und einer guten Zusammenarbeit von unterschiedlichen Handwerkern und Künstlern. Ein Weg führt vom Museum auf den Berg. Wir lassen uns von den Aussichten auf die bergige Wüstenlandschaft beeindrucken und beschließen, einen Abstecher auf der alten Landstraße nach Jerusalem zu machen.

Kloster

Von einem Aussichtspunkt bestaunen wir das gegenüberliegende in den Berg hineingemeißelte St. Georgskloster und verschiedene Behausungen von Einsiedlern. Die Sonne knallt und der Wind pfeift uns um die Ohren. Dagegen strahlen die kahlen Berge und das Jordantal eine konstante Ruhe aus. Wir verstehen, warum sich die Mönche gerade diesen Ort ausgesucht haben. Zurück am Bus werden wir von Ketten- und Teppichverkäufern umzingelt. Sie verwehren uns fast den Zugang zum Bus.

Und jetzt auf nach Jerusalem. Der schönen biblischen Stadt. Nach dem Abendessen machen wir einen Orientierungsspazierung. Jerusalem bei  Nacht hat seinen eigenen besonderen Reiz mit dem wir zufrieden ins Bett fallen.

Jerusalem
Jerusalem
Jerusalem