Qumran, Masada und das Tote Meer

12.05.2018, 7. Tag

Qumran
Qumran

Wir stehen wieder früh auf. Heute steuern wir mit unserem Bus Qumran an. Qumran liegt am nordwestlichen Ufer des Toten Meeres.  Es wird von einer Besiedlung des Ortes von 800 vor Christus bis ca. 68 nach Christus ausgegangen. In den Jahren 1947 bis 1956 fand man ca. 800 Schriftrollen in elf Höhlen. Einige dieser Schriftrollen befinden sich heute im Israel Museum in Jerusalem.

Der erste Grabungsleiter Roland de Vaux stellte die Hypothese auf, dass es sich um ein Kloster einer jüdischen Sekte namens Essener handelte, die zweihundert Jahre lang bis zum Aufstand der Juden gegen die Römer in Qumran lebte und studierte. Sie hätten die in Qumran gefundenen Schriftrollen teils selbst produziert, in Krügen eingeschlossen und in Felsspalten versteckt, um sie vor angreifenden Römern zu schützen. Ursprung dieser Theorie war eine Schriftrolle, die über eine gemeinsame Kasse, gemeinsame Mahlzeiten, die Arbeit der Sekte, das Aufnahmeverfahren von neuen Mitgliedern, Probezeit und Ausschluss u. a. berichtet. 

Wir durchschreiten den mystischen Ort und besichtigen die eindrucksvoll restaurierten Überreste der rituellen Bäder, Versammlungsräume, eines Wehrturms sowie einer Töpferei und einem angeschlossenen Friedhof.

 

Masada
Masada
Masada
Reiseblog von Susanne Walter-Augustin

Dann fahren wir weiter nach Masada. Masada liegt an den östlichen Ausläufern der Judäischen Wüste in der Nähe des Toten Meeres. Mit der Drahtseilbahn geht es zum 450 Meter über dem Spiegel des Toten Meeres liegenden einstigen Burgpalast. Er liegt auf einem 650 x 300 m großem Felsplateau an antiken Verkehrswegen und doch fern ab jeder menschlichen Siedlung. Herodes hat die strategischen Vorteile des Ortes erkannt und ließ hier prachtvolle Palastbauten für ein luxuriöses Leben erbauen. Dazu trugen Speicher und ein ausgeklügeltes Wassersystem bei. Er hatte einen ausgezeichneten Geschmack. Wein und Liköre importierte er aus Italien und Fischsauce aus Spanien. Der Nordpalast wurde auf drei Terrassen angeordnet und bot kühlenden Wind und Schatten sowie einen Ausblick auf das Gebirge im Westen und die Verkehrswege im Tal.

In der Zeit des zweiten Tempels wurde der Ort eine Befestigungsanlage. Sie war die letzte Zufluchtsstätte jüdischer Freiheitskämpfer gegen die römische Armee am Ende der zweiten Tempelperiode. Letztendlich mussten die Freiheitskämpfer aufgeben und wählten den Tod von eigener Hand. Aus dieser Zeit stammen sakrale Bauten wie die Synagoge und Ritualbäder. Rekonstruktionslinien markieren das im Original vorhandene Mauerwerk . Noch heute kann man das römische Belagerungssystem erkennen. 

In der folgenden byzantischen Epoche wurden die Bauten bis zum 7. Jhdt. n.d.Z. als christliches Kloster genutzt. Heute ist Masada ein Symbol für den steten Kampf von Menschen gegen Unterdrückung und für Freiheit. (aus dem Flyer Nationalpark Massada)

Mit der Seilbahn fahren die meisten von uns wieder bergab. Einige ziehen es vor bei strahlendem Sonnenschein den Abstieg zu Fuß zu machen. Wir warten vor der Seilbahnstation im Tal, bis wir wieder zusammentreffen. 

 

Totes Meer

Gemeinsam fahren wir zu unserer nächsten Station, dem Toten Meer. Das Tote Meer ist ein 900 qkm großer Salzsee, der vom Jordan gespeist wird, aber aufgrund mangels Zufluss, starker Verdunstung und immenser Wasserentnahme – ähnlich wie der See Genesareth – immer kleiner wird. Der im nördlichen Teil ca. 420 m unter dem Meeresspiegel liegende See grenzt an Jordanien, Israel und das Westjordanland. In einem Spa am Toten Meer halten wir an. Ein Teil der Gruppe strömt in das Restaurant, der andere Teil gleich in die Umkleidekabinen. 

Leider habe ich keine Badeschuhe dabei. Die kleinen Steine im flachen Wasser des Sees, die sich später als Salzkugeln herausstellen, pieken mich in die Füße. Brustschwimmen ist wegen des hohen Salzgehaltes kaum möglich. Ich lege mich auf den Rücken und paddle hinaus. Das Wasser trägt mich. Ich kann es kaum fassen. Fast schwerelos schwebe ich dahin. Ich koste die Zeit am See im Wasser voll aus. Danach wasche ich mit einem heftigen Wasserstrahl das Salz von meiner Haut, die sich jetzt extrem zart anfühlt. Im Shop kaufe ich noch einige Produkte mit Totem Meer Salz. Glücklich von den Erlebnissen besteige ich den Bus. 

Wir fahren nach Hebron zu den Patriarchen Gräbern und wollen auch die Altstadt besichtigen. An dem Kontrollposten zu einer israelischen Siedlung sagt man uns jedoch, dass wir nicht durchfahren können, weil Schabbat ist. Die Menschen wollten ihre Ruhe haben. Unser Bus fährt am Kontrollposten vorbei, wendet und fährt zurück nach Jerusalem.