21ER220012
Freigegeben

Hand in Hand Möglichkeiten zur Gestaltung schulischer Inklusion von Kindern mit Lernbeeinträchtigungen


Mit Blick auf die Forderung nach Inklusion an Regelschulen in Rheinland-Pfalz und Hessen sehen sich die Lehrkräfte insbesondere an Grundschulen vor großen Herausforderungen. Neben den Verhaltensauffälligkeiten sind es die sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der heutigen Grundschüler, die vom Lehrer eine pädagogische Haltung abverlangen, die Lernerfolge für alle Kinder möglich macht. Kennt man die Zusammenhänge zwischen sozialem Hintergrund der Kinder und dem Auftreten von Verhaltensauffälligkeiten und Lernbeeinträchtigungen, wird deutlich, dass Schule und speziell die Grundschule für arme Kinder mehr sein muss als ein Ort der formalen Bildung. Um sich positiv entwickeln zu können und ihre Armutserfahrung zu kompensieren, brauchen diese Kinder Lehrer, die ihnen die Gestaltungsmöglichkeiten von Schule zugänglich machen (vergl. Holz 2008,27).
Ziel der Fortbildung ist es, den Teilnehmenden einerseits diese Zusammenhänge zu vermitteln und ihnen andrerseits zu ermöglichen, erste relevante Kompetenzen für den Förderschwerpunkt Lernen zu erlangen.
Die Teilnehmer*innen, die beide Teile der Fortbildung »Hand in Hand« (erster Teil: Schulische Inklusion von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten) besucht haben, können die Zertifizierung
»Berater für inklusive Prozesse an Schulen«
erwerben.
möglich die Zertifizierung auch in umgekehrter Reihenfolge zu erlangen.

Modul 1 Armut und was hat das mit mir zu tun?
Die überwiegende Mehrheit der SchülerInnen mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf im Lernen stammt aus Milieus der Unterprivilegierten, deren Lebenslagen durch Armut, Arbeitslosigkeit oder gering qualifizierte und prekäre Beschäftigung geprägt sind. Angesichts der Erfahrung von Ohnmacht und fehlender eigener Ressourcen folgen die Angehörigen dieser Milieus aus gutem Grund in der Regel nicht einer bürgerlichen, auf Bildungsinvestitionen aufbauenden Lebensplanung. Soziale Benachteiligung erweist sich demnach als die zentrale Kategorie im Förderschwerpunkt Lernen.

Modul 2 Schule als Schutzfaktor für kindliche Entwicklung
Empirische Ergebnisse zeigen deutlich, dass Grundschule für benachteiligte Kinder vor Allem dann ein Schutzfaktor für kindliche Entwicklungen sein kann, wenn es ihr gelingt, mehr zu sein, als eine Institution der formalen Bildung. Sofern Kinder mit Armutserfahrungen in den Grundschulen einen Entwicklungs- und Gestaltungsraum vorfinden, der ihnen Schutz sowie Kompensation und Förderung ermöglicht, kann ihr Lernen erfolgreich sein.

Modul 3 Möglichkeiten der lebenslagensensiblen Unterrichtsgestaltung
In der aktuellen Inklusionsdebatte gibt es eine deutliche Fokussierung auf methodische und didaktische Fragen im Rahmen der Gestaltung eines gemeinsamen Unterrichts. Gerade für SchülerInnen aus den unteren sozialen Milieus braucht es daneben vor Allem auch eine stärkere Konzentration auf die Inhalte und Themen von Lernangeboten. Diese müssen anschlussfähiger an die Lebenswirklichkeit genau dieser Kinder gestaltet werden, da sie sich teilweise deutlich von Kindern, die aus bürgerlichen Milieus stammen, unterscheidet.

Modul 4 Ressourcen- und lösungsorientierte Lernbegleitung
Diese Form der Lernbegleitung geht zentral von der Annahme aus, dass es ganz wesentlich die Eigenaktivität des Kindes in der Auseinandersetzung mit den unbelebten und belebten Objekten seiner Umwelt ist, welche seine Denk- und Lernentwicklung beeinflusst. Der Fokus der Fachperson und ihres professionellen Handelns ist dementsprechend darauf zu richten, wie ein Kind im Umgang mit seiner Umwelt denkt beziehungsweise handelt. Aufgrund derartiger Beobachtungen kann die Fachperson dann entscheiden, welche (neuen) »Dinge« sie ins (Gedanken-)Spiel des Kindes einbringt.

Termine:
29.10.2021 von 9.00 bis 16.00 Uhr
26.11.2021 von 9.00 bis 16.00 Uhr
04.03.2022 von 9.00 bis 16.00 Uhr
01.04.2022 von 9.00 bis 16.00 Uhr

Kosten je Modul 40,00€= 160,00€
(Erst nach Erhalt der schriftlichen Bestätigung zu entrichten!)
Die Anmeldung zur Fortbildung verpflichtet zur Teilnahme an allen vier Modulen.
Infos unter:
RPI Nassau, 026045404
www.rpi-ekkw-ekhn.de

Weitere Informationen

Aktueller Status
Freigegeben
Zielgruppen
Lehrerinnen und Lehrer
Schularten
Förderschule
Grundschule
Sekundarstufe 1
Schwerpunkt
Lehrpläne und Bildungsstandards in den Fächern, Kompetenzorientierung

Organisation

Veranstaltungsart
Fortbildung
Fortbildungsart
Kurs (mehrtägig)
Leitung
Nadine Hofmann-Driesch, Dr. Lars Anken, Susanne Gärtner, Dr. Katharina Sauer
Termin(e)/Uhrzeit(en)
29.10.2021 | 09:00 - 16:00
26.11.2021 | 09:00 - 16:00

Anmeldung

Anmeldeschluss
Ohne Anmeldeschluss
Gültigkeitsbereich
regional